Herthaburg 

 Ferienwohnungen zwischen Himmel, Meer & Kreidefelsen  

       Regenbogenfamilienburg

  LGBTIQ*-Freundliches Ferienhaus

 

Für Familien mit kleinen Kindern stellen wir  Reisebett, Hochstuhl, Spielzeug für drinnen und draussen und was man sonst noch so braucht kostenlos zur Verfügung. 


Die Geschichte der Zarewna Ljebedewa

Diese Geschichte wird an allen Orten erzählt, an denen das Meer den Strand küsst und wo die Himmel so hoch sind, das man sie kaum mit den Fingerspitzen berühren kann. Sie wird überall dort erzählt, wo unter den stürmischen Wolken der Herbststürme die großen Vogelschwärme dahinziehen, die Kraniche mit ihrem Singen, die Wildgänse mit ihrem klugen Geschrei, und wo die Seelen all jener Menschen ihnen in die Anderswelt folgen müssen, die die große Göttin im Laufe des Jahres zu sich gerufen hat. Sie wird auch dort erzählt, wo die Vögel im Frühjahr wiederkehren, wo die Kraniche ihre seltsamen Tänze in den feuchten Wiesen am Bodden aufführen und die wilden Gänse auf der Rast den Boden bedecken wie ein Teppich aus Tausenden von warmen Vogelkörpern. Zwar haben sie die Köpfe unter ihre Schwingen gesteckt, doch es genügt das kleinste Zittern der Luft, ein unbedachtes Einatmen der Wanderin, die sie von weit her in ihrem Schlaf beobachtet, und der Teppich hebt sich mit einem Rauschen, dass du meinst, die Schwingen reißen dich mit, und alle Himmel durchschwirren deinen Kopf. 

Diese Geschichte wird in jenen altmodischen Gegenden erzählt, in denen man noch auf die übliche Art zu Kindern kommt: Die Gänse nämlich, an deren Federn sich die Seelen der Ungeborenen festhalten bei ihrem Ritt aus der Anderswelt, die Kraniche, die schreiende Wickelkinder im Schnabel mit sich herumzerren- und uns an die Störche aus anderen Gegenden erinnern- oder die königlichen Schwäne selbst, die sich auch hin und wieder herablassen, nach solch einem Würmchen in den Sümpfen der Anderswelt zu tauchen, diese Vögel lassen die Kinder einfach durch den Kamin fallen, mit einem Plumps auf die Hausschwelle oder ganz unachtsam morgens in den Milchkaffeetopf zwischen die Brotbrocken. Ja, dort wird die Geschichte von der großen Gänsegöttin erzählt, von der Schwanenkönigin, denn sie ist ein und dieselbe. Dort, wo in den Frühlings-und Herbstnächten das Singen Tausender Gänse die Himmel zittern lässt auf ihrem Flug von da nach dort. 

An diesen Ort erzählt man sich ihre Geschichte, die Geschichte der Zarewna Ljebedewa. Und die geht so (auch wenn Du sie nicht glaubst, so bist Du selbst Schuld, denn Du bringst dich um mehr als nur um das kurze Lächeln nach einer kleinen Geschichte):

Es ist die Geschichte der großen Vogelgöttin, der himmlischen Gans, deren Flügel ausgebreitet von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang reichen, ihr Kopf ruht auf dem Pol und ihr Schwanz berührt den Äquator.

Manches Mal nimmt sie dich mit und die Welt sieht danach anders aus. Du kannst nicht herunter fallen. Noch nie ist ein Wesen von ihr herabgestürzt, das ginge gar nicht. Wahrlich, noch nie ist ein Wesen aus ihrer blauen Hand gefallen: dem Sternenzelt. 

(Quelle: "die magischen Stätten der Frauen" Martina Schäfer)